Mann macht PCR Test mit Gurgellösung

PCR-Test als Gurgeltest: Die angenehme Alternative!

Tests auf Sars-Cov-2 gelten als wichtige Voraussetzung, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Für den Test wird üblicherweise ein langes Wattestäbchen in Hals und Nase eingeführt, der sogenannte Mund-, Nasen- und Rachenabstrich. Das verursacht unter anderem Würgereize und ist für manche eine recht unangenehme Prozedur. Doch das tiefe Eindringen mit dem Tupfer ist wichtig, um das eventuell vorhandene Virus aufzunehmen. Werden die Tests nicht richtig durchgeführt und das Wattestäbchen nicht tief genug in die Nase oder den Rachen eingeführt, ist das Ergebnis nicht aussagekräftig. Für Personen, die nach einer Alternative suchen, bietet sich der Corona-Gurgeltest an. Er ist nicht nur einfach durchzuführen, sondern auch deutlich angenehmer.

Wie funktioniert der Gurgeltest?

Auch die Gurgeltests gehören zu den regulären PCR-Tests, bei denen nach dem Erbgut des Virus gesucht wird. Lediglich die Probenentnahme ist eine andere. Wer getestet wird, bekommt eine spezielle Flüssigkeit in einem kleinen Becher, nimmt sie in den Mund, legt den Kopf leicht in den Nacken und gurgelt zirka 30 bis 60 Sekunden. Die Viren und menschliche Zellen, die mit Viren infiziert sind, trennen sich von der Rachenwand und werden mit der Flüssigkeit in einen Becher oder in ein Röhrchen gespuckt. Die Auswertung dieses Rachenspülwassers erfolgt anschließend mit den üblichen PCR-Tests. 

Mehr Informationen zum PCR-Testverfahren finden Sie hier

Wie sicher ist der Gurgeltest? 

Dass es zu Verdünnungseffekten kommen kann, wenn mit unterschiedlichen Mengen an Gurgellösung gegurgelt wird, kann nicht ausgeschlossen werden. Deshalb ist es umso wichtiger, die genauen Vorgaben beim Gurgeln einzuhalten – idealerweise unter Anleitung und Aufsicht von medizinisch geschultem Personal. Der Mikrobiologe und Virologe Dr. Andreas Ambrosch vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Regensburg stellt fest: „Die Verdünnung ist in der Regel aber nicht so stark, dass ein positiver Test negativ wird.“ Bei Grippe oder anderen Infektionskrankheiten seien Gurgeltests in Kliniken durchaus schon etabliert. 

Deutschland noch zurückhaltend

Trotzdem wird in Deutschland das Gurgel-Verfahren noch relativ selten eingesetzt. Grund für die Zurückhaltung ist die dünne Studienlage. Doch die Befürworter*innen werden immer zahlreicher, zumal immer mehr Studien zu diesem Thema durchgeführt und veröffentlicht werden. In Österreich wurden beispielsweise Massentests an Bürger*innen durchgeführt.

Professor Michael Wagner leitet in Wien das Zentrum für Mikrobiologie. Es gehört zu 21 Forschungsinstituten in Österreich, die den Gurgeltest erforscht haben und weiter erforschen. Wagner ist der Meinung, dass die Ergebnisse von Rachenabstrichen und Gurgeltests vergleichbar seien. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk stellte der gebürtige Münchner fest: „Die Methode wurde früher bereits für den Nachweis anderer Viren eingesetzt. Man führt ja den Test nicht durch das Gurgeln durch, sondern man gewinnt die Probe statt mit dem Abstrich mit dem Gurgeln.“ In einer eigenen internen Studie hat das Wiener Team Menschen sowohl mit dem Gurgelverfahren als auch mit Abstrichen auf das Covid-19-Virus untersucht und vielversprechende Ergebnisse erhalten. Sein Fazit: „Gurgeln liefert genauso zuverlässige Ergebnisse wie der Abstrich.“ 

Erprobte Methode

Die Gurgellösung zum Nachweis einer aktiven Sars-CoV-2-Infektion ist aus der Not heraus entstanden. Als mitten in der Hochphase der Pandemie im Frühjahr 2020 die Abstrich-Bestecke für die PCR-Tests ausgingen, suchte man im Gesundheitsverbund Wien Alternativen. Dass sich das Virus in physiologischer Kochsalzlösung stabilisieren lässt, wusste man noch von der Sars-Epidemie 2003. Unbürokratisch und schnell erbrachte das Wiener Labor unter Federführung von Labormedizinierin Dr. Manuela Födinger den Nachweis, dass ein PCR-Gurgeltest gleich sensitiv und verlässlich ist wie der mit dem Wattestäbchen. 

Zusammen mit anderen österreichischen Universitäten testete Dr. Wagner regelmäßig 15.000 Schüler*innen an 240 österreichischen Schulen mit dem Gurgelverfahren, um die Verbreitung des Coronavirus zu verfolgen. Dabei zeigte sich, dass Grundschüler*innen ähnlich häufig infiziert sind wie ältere Kinder und Lehrer*innen. Schon Erstklässler*innen könnten einwandfrei gurgeln und hätten sogar Spaß dabei, so Wagner. Die Gurgellösung ist harmlos, auch wenn Kinder sie aus Versehen verschlucken.

Weltgesundheitsorganisation WHO erkennt die Rachenspülung an

Auch in Köln kommt die Methode zum Einsatz. Hier erprobt das Gesundheitsamt das Gurgelverfahren. Bereits seit Beginn der Pandemie werden Patient*innen und Mitarbeiter*innen der städtischen Kliniken auf diese Weise auf das Virus untersucht. Insgesamt mehr als 65.000 Testungen mit Rachenspülwasser, unter anderem aus Alten-, Pflege- und Betreuungseinrichtungen, wurden ausgewertet. „Wir haben intern Proben von Rachenspülwasser und Abstrich verglichen und die Ergebnisse haben sich nicht unterschieden“, sagt Prof. Dr. Hilmar Wisplinghoff, dessen Labor die Kölner Tests durchführt, im Interview mit der Apotheken Umschau. In einer chinesischen Studie konnten bei Gurgeltests sogar deutlich mehr Corona-Infizierte gefunden werden als mit herkömmlichen Rachenabstrichen. Und auch die

Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt die Rachenspülung als Alternative zum Abstrich in ihrer Anleitung für den Coronatest im ambulanten Bereich. 

Inzwischen bieten auch einige private Anbieter den Gurgeltest an. Dies ist auch ein Grund, weshalb sich zunehmend Personen bei diesen testen lassen, die den typischerweise durchgeführten Nasen- und Rachenabstrich der staatlichen Stellen vermeiden möchten. Auch in den Testzentren von saarbruecken.coronatest.de in Berlin haben Sie die Möglichkeit einen PCR Test als Gurgeltest unter Aufsicht von medizinisch geschultem Personal durchführen zu lassen.